Sommerferien in Deutschland

Playa del Ingles Gran Canaria.

Das Ende eines Schuljahres, kurz vor Beginn eines neuen Schuljahres versprechen die Sommerferien sechs Wochen Zeit zur Erholung, Zeit für sich und seine Freunde. Vielleicht sogar eine Urlaubsreise mit der ganzen Familie.

Die Sommerferien werden ob ihrer Länge auch gerne große Ferien genannt und versprechen bei kleinen und größeren Schülerinnen und Schülern lange Tage am Baggersee, bei Ferienspielen, im Freibad. Die Sommerferien sind keine gänzliche neue Erfindung, als ihr Vorläufer gelten die Hundstageferien zu den heißen Tagen im Sommer (feriae caniculares, 23. Juli bis 23. August, wobei der Begriff Hundstage mit dem Stern Sirius zusammenhing, der dann zu sehen war).

Allerdings waren diese Ferien, zumindest auf dem Lande, früher keine wirklich freie Zeit. Sondern die Kinder mussten auf dem Feld und vor allem bei der Ernte helfen, für die jede Hand benötigt wurde.

Sommerferien in Deutschland

Die Sommerferien in Deutschland sind zwischen sechs und sieben Wochen lang. Anders als zum Beispiel in Spanien finden diese Sommerferien aber nicht in allen Bundesländern zeitgleich statt. Um die Länge der Staus und die Masse des stockenden Verkehrs bei der oft zum Ferienstart einsetzenden Reisewelle in Maßen zu halten, gibt es fünf Ländergruppen, die gestaffelt in die Ferien starten. Ab Mitte Juni geht es los, die letzten Schüler kehren dann Mitte September wieder in den Unterricht zurück. Wer wann Ferien hat, bestimmt eine Arbeitsgruppe der Länder. Aus dem System scheren allerdings Bayern und Baden-Württemberg aus. Offiziell heißt es, da beide Länder auch Pfingstferien kennen, haben diese zum letzten Termin Sommerferien (Beginn Ende Juli, Ende Mitte September). Nur so könne sichergestellt werden, dass genug Zeit bleibt, um zwischen diesen Pfingstferien und den Sommerferien zu lernen und zu prüfen.

 

Sommerferien in anderen Ländern

Österreich: Neun Wochen, von Anfang Juli bis Anfang September in zwei Gruppen.

Schweiz: In den meisten Kantonen haben die Kinder fünf bis sechs Wochen Sommerferien. In den Kantonen der französischsprachigen Schweiz sind es wenige Wochen mehr, im Tessin sogar elf Wochen.

Spanien: In Spanien haben die Kinder drei Monate Sommerferien. Auf Gran Canaria und an der Costa Blanca war es so, dass die Kinder langsam in das neue Schuljahr starteten und am Ende des Schuljahres auch das Jahr ausklingen ließen. In einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen war also nur noch Vormittags Unterricht. Die drei Monate große Sommerferien hatten es dann in sich. Gerade jüngere Kinder wollen auch beschäftigt und erst recht beaufsichtigt werden. Eltern, die in der Erziehungsarbeit nicht von der Familie unterstützt werden, sehnen sich daher, Kräftemäßig am Boden, irgendwann das Ende der Sommerferien herbei. Innerhalb der Sommerferien liegt immer auch der August und in diesem nehmen dann Arbeitnehmer sehr gerne komplett frei. Das veranschaulicht das Beispiel Madrid: An einem Tag, Ende Juli, wird fluchtartig gemeinsam die Stadt verlassen, um die Region am Meer zu erobern (viele Madrilenen besitzen eben auch Ferienhäuser am Mittelmeer) und Ende August wird ebenso geschlossen zurück gereist. An diesen Tagen geht nichts auf den Straßen in die entsprechenden Richtungen. Und Madrid wirkt wie Menschenleer. Für einen ganzen Monat.

Vorbereitung auf das neue Schuljahr

In den Sommerferien ist genug Zeit, sich einen passenden Schülerkalender für das nächste Jahr zu besorgen und in diesen auch Termine zu übertragen. Und es ist natürlich auch genug Zeit, um sich einen eigenen Schülerkalender selber zu machen. Ganz individuell auf die eigene Bedürfnisse angepasst (siehe auch Bullet Journal – Eigenen Kalender gestalten). Beide Schülerkalender (selbstgemacht bzw. DIY und gekauft) können natürlich auch individualisiert werden. Zum Beispiel um einen Countdown bis zu den nächsten Ferien oder den nächsten großen Ferien.

Ferien für Lehrerinnen und Lehrer

Für Lehrer gelten die Schulferien nicht als Urlaub, sondern als unterrichtsfreie Zeit, in der Fortbildungen, Tagungen und Konferenzen stattfinden sollen. Zudem werden oft große Teile der Ferien für die Vorbereitung des Unterrichts für die danach folgende Zeit aufgewendet. Lehrern steht wie allen anderen Arbeitnehmern und Beamten ein Erholungsurlaub zu, der jedoch in den Schulferien genommen werden muss. Lehrerinnen und Lehrer werden um die Länge ihrer Ferien aber sehr beneidet, oft mals wird eben bezweifelt, dass diese die lange unterrichtsfreie Zeit wirklich für Vorbereitungen nutzen.

Unterschied Urlaub und Ferien

Grob gesagt: Ferien hat man. Den Zeitpunkt kann man selbst nicht individuell wählen. Neben Schulferien zu festgesetzten Terminen, gibt es zum Beispiel auch Betriebsferien. In dieser Zeit kann man gar nicht arbeiten, selbst wenn man wollte, denn der Betrieb hat zu.

Urlaub hingegen muss man beantragen und erlaubt bekommen. Als Urlaub gilt die Abwesenheit einer Person von ihrer ausgeübten Tätigkeit zum Zweck der Erholung. Sprachgeschichtlich geht der Begriff Urlaub auf das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv urloup zurück, das zunächst ganz allgemein „Erlaubnis“ bedeutete. In der höfischen Sprache der mittelhochdeutschen Zeit bezeichnete es dann die Erlaubnis wegzugehen, die ein Höherstehender oder eine Dame dem Ritter erteilen konnte. So baten im Hochmittelalter Ritter ihren Lehnsherren um urloub, also um „Urlaub“.

Siehe auch:

 

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